Ich bejahte alle drei Fragen. Die letzte log ich an.
Kluane ist kein Park, den man spaziert. Er ist ein Park, in den man eintaucht. Mit 22.000 Quadratkilometern ist das Schutzgebiet größer als die Schweiz, und einen Großteil davon bedecken die St. Elias Mountains mit dem größten nicht-polaren Eisfeld der Erde. Wege im klassischen Sinne gibt es wenige. Man navigiert nach Karte, Kompass und dem eigenen Urteil — oder man navigiert falsch.
Am zweiten Tag, auf einer Moräne oberhalb des Kaskawulsh-Gletschers, saß ich eine Stunde lang und tat nichts. Kein Foto, kein Notizbuch. Nur schauen. Die Gletscherzunge, zwölf Kilometer lang und trotzdem irgendwie winzig in dieser Landschaft. Ein Rabe, der in perfekter Stille über mir kreiste.
Kluane lehrt, was Größenverhältnisse wirklich bedeuten. Nicht die Zahlen — die kennt man aus dem Reiseführer. Sondern das Gefühl, das sich einstellt, wenn man drei Tage lang läuft und die Berge am Horizont sich kaum verändert haben. Man ist klein hier. Das ist keine Bedrohung. Es ist eine Erleichterung.