Begegnungen Yukon

Margaret fliegt: Pilotin auf den Routen, die keine Straße kennt

Margaret Crane fliegt seit 34 Jahren. Jeden Morgen, wenn das Wetter es erlaubt — und manchmal auch wenn es das eigentlich nicht sollte. Ihre Cessna 208 heißt „Klondike Lady", ein Name, den ihr Vorgänger ihr gegeben hat und den Margaret nie geändert hat, weil er gut passt. Wie alles hier im Yukon irgendwie gut passt.

sven 5 Min. 60° 43′ 10″ N, 135° 3′ 14″ W

Ich treffe sie in Dawson City, wo sie für eine kleine Chartergesellschaft fliegt: Versorgungsflüge in abgelegene First-Nations-Gemeinden, Geologen zu Schürfgebieten, gelegentlich Touristen, die das Land von oben sehen wollen. Sie hat kurze Haare, trägt kein Make-up, und wenn sie über ihre Flugrouten spricht, klingt es wie ein Gespräch über Straßen, die ich kenne.

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An diesem Tag fliegen wir nach Old Crow — das nördlichste Dorf Yukons, 800 Kilometer von Whitehorse entfernt, kein Straßenanschluss, keine Brücke. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Flugzeug. Margaret kennt den Weg auswendig, obwohl es hier unten kaum Orientierungspunkte gibt. „Man liest das Land“, sagt sie. „Wie einen Text. Man lernt die Sätze.“

Über die Einsamkeit

Ich frage sie, ob sie je einsam ist da oben. Sie lacht — nicht laut, eher kurz, wie jemand, dem eine Frage selbstverständlich vorkommt. „Einsamkeit ist unten. Da, wo alle dicht nebeneinander sitzen und trotzdem alleine sind.“ Sie zeigt auf das weiße Band des Porcupine River, das sich tief unter uns durch die Tundra windet. „Hier oben bin ich nie alleine.“

luftbildairstrip
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In Old Crow laden wir Kisten aus — Lebensmittel, Medikamente, eine Kiste mit Schulbüchern. Die Landung ist holprig, die Piste kurz. Margaret landet wie jemand, dem das nichts ausmacht. Auf dem Rückflug ist sie still, fast entspannt. „Das sind die besten Minuten“, sagt sie nach einer Weile. „Wenn alles erledigt ist und man noch eine Stunde fliegt, bevor man wieder landen muss.“

Einsamkeit ist gar nicht so schlimm – mach doch SEO

Ich frage sie, ob sie je einsam ist da oben. Sie lacht — nicht laut, eher kurz, wie jemand, dem eine Frage selbstverständlich vorkommt. „Einsamkeit ist unten. Da, wo alle dicht nebeneinander sitzen und trotzdem alleine sind.“ Sie zeigt auf das weiße Band des Porcupine River, das sich tief unter uns durch die Tundra windet. „Hier oben bin ich nie alleine.“

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